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Chirurgie

Chirurgie und Orthopädie

Wer ist zuständig?
Für die Chirurgie und Orthopädie ist in unserer Klinik Herr Dr. J.-F. Salomon zuständig. 

Was Sie mitbringen oder uns vorab bei der Online-Terminanfrage mitteilen sollten
Eine Überweisung des vorbehandelnden Tierarztes (falls möglich), einschließlich der bisherigen Untersuchungsergebnisse und Behandlungen. Teilen Sie uns bitte Namen, Anschrift, Telefonnummer und E-Mail Adresse Ihres Haustierarztes mit. 

Wie viel Zeit wird für die Abklärung beispielsweise einer Lahmheit benötigt?
Die Abklärung der Ursache (Diagnose) einer Erkrankung kann in schwierigen Fällen zwei oder drei Stunden Zeit in Anspruch nehmen. 

Was sonst noch zu beachten ist:
Für verschiedene Untersuchungen wie manche Röntgen- und grundsätzlich alle CT-Untersuchungen ist eine Narkose erforderlich. Vor einer Narkose muss der Patient mindestens vier Stunden nüchtern gehalten werden. Wasser soll dagegen angeboten werden, damit das Tier nicht dehydriert ist.

Vor einem chirurgischen Eingriff
  • Zur Überprüfung der Gesundheit Ihres Tieres wird vor der Narkose eine sorgfältige Allgemeinuntersuchung durchgeführt.
  • Vor einem chirurgischen Eingriff sollte der Patient nüchtern sein, um das Narkoserisiko möglichst gering zu halten, d.h. er darf 12 Stunden nichts mehr fressen (Ausnahme sind natürlich Notfälle). Wasser sollte dagegen ständig verfügbar sein, um ein Austrocknen des Körpers zu verhindern und den Kreislauf stabil zu halten.
  • Ein gemütlicher kurzer Spaziergang vor der OP ist zu empfehlen, damit sich Ihr Tier lösen kann und nicht in der Aufwachphase dringend raus muss.
  • Am Tag vor der Operation, dem OP-Tag selbst und abhängig von Art der Operation in der Folgezeit, muss der Patient allerdings geschont werden. Weite Spaziergänge, Gewaltmärsche, Fahrradtouren oder wildes Toben sollten vermieden werden. Dadurch werden Herz und Kreislauf weniger belastet und das Narkoserisiko verringert.
  • Ihre eigenen Sorgen sollten Sie ihren Liebling nicht spüren lassen. Versuchen Sie ruhig zu bleiben und diese Ruhe dem Patienten zu vermitteln.
  • Wenn Ihr Tier bereits Medikamente erhält oder Ihnen eine Erkrankung bekannt ist, wäre es schön, wenn Sie dem behandelnden Arzt dies vor der Narkoseeinleitung mitteilen könnten.
  • Häufig ist nach der Operation ein Klinikaufenthalt von ein oder zwei Tagen, manchmal auch länger, erforderlich, um eine optimale Versorgung ihres Tieres sicher zu stellen. Für diese Zeit können Sie gerne eine vertraute Unterlage mitbringen (Decke, großes Handtuch o.ä.).
  • Nach dem Eingriff werden Sie über den Verlauf der Operation und das Wohlergehen Ihres Tieres informiert. Bitte hinterlassen Sie hierzu eine Telefonnummer, unter der Sie persönlich erreichbar sind.
  • Falls Sie eine längere Anreise zu uns haben und gerne in Birkenfeld oder Umgebung übernachten möchten, vermitteln vermitteln wir Ihnen auf Wunsch gerne ein Hotelzimmer, in dem auch Ihr Tier mit übernachten darf.
Narkoserisiko und Sicherheit
  • Allgemeine Informationen:
    Für chirurgische Eingriffe ist in der Regel eine Narkose erforderlich. Wahrscheinlich werden Sie sich Sorgen um Ihr Tier machen. Daher möchten wir Ihnen im Vorfeld einige Informationen mit auf den Weg geben.
  • Das Narkoserisiko hat sich in den letzten Jahren erheblich vermindert. Die moderne Tiermedizin bietet dank neuer und schonenderer Narkosemittel und -verfahren ein hohes Maß an Sicherheit. Wir verwenden neue, gut erprobte Narkotika in auf das jeweilige Tier abgestimmter Kombination und Dosierung. Die Narkosetiefe ist damit steuerbar. In den meisten Fällen erwachen die Tiere nach dem Eingriff sanft. Lange Nachschlafphasen entfallen.

    Für länger dauernde, schwere Eingriffe werden wie in der Humanmedizin Inhalationsnarkosen durchgeführt. Der Einsatz von Isofluran als Narkosegas hilft, Belastungen für den Kreislauf und verschiedene Körperorgane, insbesondere Niere und Leber, zu reduzieren.
  • Vor der Narkoseeinleitung wird jedes Tier untersucht. Durch einen direkten Zugang zum Blutgefäßsystem (Venenverweilkatheter) können dann Beruhigungs- und Narkosemittel injiziert werden. Um Ihrem Tier ausreichend Sicherheit und Nähe zu geben, dürfen Sie bei der Narkoseeinleitung gerne dabei bleiben.
  • Während länger dauernder Narkosen werden Herzfrequenz, Atemfrequenz, Blutdruck und Körpertemperatur permanent überwacht. Ausserdem kontrolliert eine eingewiesene Assistenz fortlaufend die Konzentrationen von Sauerstoff, Kohlenstoffdioxid und Narkosegas in der Ausatemluft.
  • Bei Eingriffen mit längerer Narkose wird dem Patienten während und nach der Operation Flüssigkeit über eine Dauertropfinfusion zugeführt. Dadurch können eventuelle Kreislauf-defizite ausgeglichen und die nötigen Medikamente bei Bedarf sofort intravenös verabreicht werden. Größere Blutungen und postoperative Infektionen sind selten und können in aller Regel sehr gut beherrscht werden.
    Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen sind Zwischenfälle bei chirurgischen Eingriffen möglich. Sie sind jedoch selten.
  • Um eine kontinuierliche Überwachung des Patienten während und nach der Operation zu gewährleisten und optimale Ergebnisse zu erzielen, arbeiten wir mit größter Aufmerksamkeit und Sorgfalt. Bitte haben Sie Verständnis, falls es bei späteren Terminen infolgedessen zu Wartezeiten kommen sollte. Wir wollen das beste für Ihr Tier!


    Was kann ich tun?

    Nutzen Sie die Möglichkeit, das Narkoserisiko durch eine Blutuntersuchung vorab abklären und vermindern zu lassen. Sicherlich kennen Sie dies aus der Humanmedizin: Vor einer OP wird, auch wenn es sich um einen Routineeingriff handelt, Blut abgenommen und untersucht. Dadurch kann sich der Anästhesist mit den Organfunktionen des Patienten vertraut machen und weiss im Vorfeld, ob bestimmte Probleme auftreten könnten und mit welchen Komplikationen gerechnet werden muss.

    Unsere Klinik verfügt über ein vollständiges Blutlabor, das es uns ermöglicht, Blut- und Serumwerte innerhalb weniger Minuten zu bestimmen. Bei älteren Patienten und Risikopatienten empfehlen wir vor der Operation außerdem eine EKG-Untersuchung zur Überprüfung bestimmter Herzfunktionen.

    Am Tag der Narkose sollte Ihr Tier nüchtern sein. Dies gilt nicht für Nager und Ziervögel! Wasser sollte allen Tieren die ganze Zeit über angeboten werden.

    Sollten Sie Veränderungen wie z. B. Durchfall, Erbrechen, Appetitlosigkeit, Einsetzen der Läufigkeit oder allgemeine Schwäche bei Ihrem Tier festgestellt haben, teilen Sie uns dies bitte mit. Ihr Tierarzt kann dann nach Untersuchung entscheiden, ob der Patient voll narkosefähig ist.

    Wenn Sie Fragen an uns haben, sprechen Sie uns bitte an, auch im Hinblick auf die zu erwartenden Kosten. Wir erstellen Ihnen gerne einen Kostenvoranschlag.

    Nach einer längerdauernden Narkose braucht Ihr Tier zu Hause Wärme, Ruhe und liebevolle Zuwendung. Befolgen Sie bitte die Anweisungen, die wir Ihnen nach der OP geben und melden Sie sich sofort und jederzeit, falls Sie Sorgen oder Fragen haben.

    Narkotika haben natürlich vor allem Einfluss auf die Funktion des Gehirns, gleichzeitig beeinflussen sie aber auch die Funktionen anderer Körperorgane , wie z. B. die Magen-Darm-Aktivität, Atmung, Kreislauf, Herzarbeit, Temperaturregulation u.a.

    Aufgrund der Beeinflussung lebenswichtiger Systeme, kann dies infolge unerwünschter Wirkungen im allerschlimmsten Fall zum Tod des Patienten führen. Dies wird im Allgemeinen unter dem Oberbegriff ?Narkoserisiko? bzw. ?Narkose-zwischenfall? beschrieben.

    Bei Mensch und Tier wirken unterschiedliche Narkotika in unterschiedlichem Maße auf die verschiedenen Strukturen ein, so dass durch den Einsatz moderner Mittel und duch die Kombination verschiedener Medikamente unerwünschte Wirkungen möglichst gering gehalten werden können.
    Anästhetika werden je nach Dauer und erforderlicher Narkosetiefe ausgewählt und sorgfältig auf den Patienten abgestimmt. Der Tierarzt kennt in der Regel seinen Patienten und die Risiken für jeden einzelnen. Daher gehören Narkosezwischenfälle zu den großen Ausnahmen!

    Natürlich können auch Sie als Patientenbesitzer einiges tun, um das Narkoserisiko zu vermindern: Ein wichtiger Punkt ist, dass ihr Tier 12 Stunden vor der geplanten OP nichts mehr fressen sollte. (Dies gilt allerdings nicht für Nager und Vögel). Der Grund liegt darin, dass es durch den Einfluss der Narkotika auf die Magen-Darm-Aktivität und den Gleichgewichtssinn in der Einschlafphase zum Erbrechen kommen kann. Damit Erbrochenes nicht in die Luftröhre gelangt, was zu Lungenentzündungen und im schlimmsten Fall zum Erstickungstod führen kann, sollte der Magen bei der Narkoseeinleitung leer sein.
    Somit ist ein Nahrungsentzug über 12 Stunden vor jeder geplanten Vollnarkose äußerst sinnvoll. Trinkwasser kann dagegen bis zum Klinikbesuch angeboten werden.
  • Trinkwasser und Nahrung können wieder angeboten werden, sobald das Tier völlig erwacht ist, also in der Regel am Tag nach dem Eingriff.
  • Bitte bringen Sie eine Decke, ein Handtuch oder etwas ähnliches mit, damit ihr Liebling mit dem gewohnten Geruch erwachen kann. Er sollte sich zu Hause bei Zimmertemperatur ausschlafen können. Kaninchen und Meerschweinchen sollten auch am Folgetag der Narkose bei adäquater Temperatur warm gehalten werden, da die Aufrechterhaltung der Körpertemperatur durch die Narkose beeinflusst wird. Damit sich Ihr Tier bei Aufstehversuchen in der Aufwachphase nicht verletzt, sollten Sie es auf dem Boden auf eine Decke betten.
  • Die Narkosetiefe wird üblicherweise so gering wie möglich und so tief wie nötig bemessen. Die Dauer der Nachschlafphase hängt von verschiedenen Faktoren ab:
  • dem Gesundheitszustand: Natürlich verkraftet ein gesundes Tier eine Operation (z.B. eine Kastration)und die Narkose besser und schneller, als z.B. ein Patient, der wegen einem Fremdkörper im Darm oder einer Gebärmuttervereiterung operiert wird. Bei diesen Tieren liegen bereits Störungen des Organismus (wie z.B. Kreislauf-beschwerden, Infektionen) vor und das Narkoserisiko ist höher als bei gesunden Tieren.
  • Bei bestehenden Herz-, Leber- oder Nierenschäden, sowie anderen Organkrankheiten ist die Leistungsfähigkeit des Organismus ebenfalls eingeschränkt.
  • dem Alter: Ein junges Tier verstoff-wechselt Medikamente üblicherweise schneller als ältere Patienten.
  • Selbstverständlich sind nicht alle Tiere gleich. Es bestehen rassebedingte und individuelle Unterschiede gegenüber der Wirksam-keit von Medikamenten und somit auch gegenüber Narkosemitteln.

    So kommen in der Phase nach einer Vollnarkose zeitliche Unterschiede zustande. Diese können zwischen einigen Stunden bis zu drei Tagen liegen.

    Eine Besonderheit bei Hunden: Wenn die Narkose abflaut, können manche Tiere fürchterlich jaulen. Dies hat nicht mit Schmerzen zu tun! Wir nennen diese Patienten oftmals etwas flapsig ?Sänger?. Dieser Zustand kommt durch eine Art Rausch in der Nachwirkung von bestimmten Narkotika zustande und ist völlig harmlos, wenn auch für den Besitzer sehr nervtötend und oft auch schlafraubend, da er manchmal die halbe Nacht andauern kann.
Was nach einer Operation zu beachten ist
  • Nach der postoperativen Intensivüberwachung und gegebenenfalls einem oder mehreren Tagen Klinikaufenthalt kann die Betreuung des Patienten in der Regel zuhause erfolgen. Bitte achten Sie auf das Allgemeinbefinden, die Atmung, die Nahrungsaufnahme (grundsätzlich erst 12 Stunden nach der OP) und Flüssigkeitsaufnahme sowie den Urin- und Kotabsatz.
  • Verbände müssen mindestens zweimal täglich kontrolliert und in der Regel mindestens jeden zweiten Tag gewechselt werden. Der Verband darf auf keinen Fall einschnüren und zu einem Stau der Blut- und Lymphgefäße führen. Falls bei einem Gliedmaßenverband der Fuß dick wird, MUSS der Verband sofort aufgeschnitten werden.

    Achten Sie bitte auch darauf, dass der Verband nicht nass wird. In den meisten Fällen hilft eine Plastiktüte oder ein Gummihandschuh, das Nasswerden von Pfotenverbänden im Freien bei nassem Untergrund zu vermeiden.
  • Falls Sie auch die in manchen Fällen spezielle Nachsorge (z.B. bei Blasen- und Darmlähmung) übernehmen wollen (und können!), fragen Sie bitte nach genauen Anweisungen.
  • Rufen Sie uns bitte sofort an, falls Sie nicht zurecht kommen sollten. Wir sind selbstverständlich zu jeder möglichen Hilfstellung bereit.
  • Die Unterrichtung des überweisenden Tierarztes über die Operation und die Nachsorge erfolgt durch uns.
  • Nachkontrollen, Verbandwechsel und das Fädenziehen (i.d.R. 10 Tage nach der Operation) erfolgen durch den überweisenden Tierarzt, in den Fällen, bei denen der Chirurg die Nachkontrolle aufgrund besonderer Umstände selbst vornehmen möchte, auch durch uns.
  • Wenn eine Physiotherapie erforderlich wird, beraten wir Sie gerne und empfehlen Ihnen Physiotherapeuten und Tier-Reha-Einrichtungen.