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Minimalinvasive Diagnostik und Gelenkchirurgie

Die Arthroskopie ist eine minimalinvasive endoskopische Untersuchung von Gelenken. 
Bei der minimalinvasiven Gelenkchirurgie sind wie in der Humanmedizin drei kleine Schnitte notwendig, um die kleinen Instrumente in das Gelenk einzuführen. Dabei handelt es sich um eine Lichtquelle und einen Spülkanal, der dazu dient das Gelenk während der Untersuchung ständig mit Flüssigkeit zu spülen und um einen Arbeitskanal zur Einführung von Instrumenten, falls beispielsweise Knorpelteile zu entfernen sind. 

Der Vorteil der arthroskopischen Chirurgie gegenüber der herkömmlichen Gelenkschirurgie besteht darin, dass Gelenkstrukturen mit weniger Gewebetrauma und ohne größere Gelenkseröffnung sichtbar optisch und falls erforderlich chirurgisch zugänglich werden. 
Beim Hund können besonders das Schultergelenk, das Ellbogengelenk und das Kniegelenk arthroskopisch untersucht und operativ behandelt werden.

Details zu den Krankheitsbildern

Schultergelenk
  • Osteochondrosis dissecans (OCD)
  • Isoliertes Tuberculum supraglenoidale
  • Rupturen und Entzündungen der Bicepssehne
  • Schädigungen des Gelenkknorpels (Chondromalazie)
  • Intraartikulärer Bänder, Knochenzubildungen (Osteophyten) und Neoplasien
Ellenbogengelenk
  • Fagmentierter Proc. Coronoideus 
  • Osteochondrosis dissecans des Oberarmknochens 
  • Isolierter Proc. Anconaeus 
  • Intrakondyläre Frakturen 
  • Inkongruenz 
  • Knochenzubildungen (Osteophyten)
  • Synovitis
Kniegelenk
  • Kreuzbandriss
  • Meniskusschäden
  • Osteochondrosis dissecans (OCD) des Oberschenkelknochens
  • Degenerative Gelenkserkrankungen
  • Intrakapsuläre Schäden
  • Neoplasien

Viele arthroskopisch gestellten Diagnosen lassen sich auch arthroskopisch operieren (minimalinvasive Gelenkchirurgie). In manchen Fällen kann dennoch eine herkömmliche chirurgische Gelenkseröffnung notwendig werden. Dies ist abhängig von den jeweiligen Befunden. 

Nach erfolgter Arthroskopie erholen sich die Tiere meist sehr rasch, und bei minimalinvasiven Eingriffen ist die Wundheilung in der Regel unkomplizierter als nach einer herkömmlichen Gelenkseröffnung. 


Lagerung des Patienten in Rückenlage für den Zugang zum Ellenbogengelenk von der Gelenksinnenseite. Im Hintergrund die Geräte zur Narkoseüberwachung und der Monitor zur Darstellung des über eine Kamera vermittelten Bildes aus dem Gelenk. 
Quelle: Dr. J.-F. Salomon 

Knorpelschuppe

Entfernung der Knorpelschuppe mit einem scharfen Löffel

aus dem Gelenk entfernte Knorpelfragmente


(1) Knorpelschuppe (2) Entfernung der Knorpelschuppe mit einem scharfen Löffel (3) aus dem Gelenk entfernte Knorpelfragmente. Quelle: Dr. J.-F. Salomon