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Home / Fachabteilungen /  Innere Medizin /  Leptospirose. 14.11.2019

Die Leptospirose ist eine weltweit verbreitete zoonotische Erkrankung und tritt beim Hund als akute bis chronische Infektionserkrankung auf.

Ätiologie

Leptospiren sind Bakterien, die zur Gruppe der Spirochäten gehören. Es handelt sich dabei um dünne flexible schraubenförmige Bakterien mit hakenförmigem Ende. Innerhalb der Gattung Leptospira werden zwei Arten unterschieden, die morphologisch nicht, sondern nur serologisch bzw. gentechnisch zu differenzieren sind:

Leptospira biflexa beinhaltet die apathogenen, sapropythischen sog. Wasserleptospiren.

Leptospira interrogans beinhaltet die pathogenen Organismen die verschiedene Krankheitsbilder zeigen (Morbus Weil; Stuttgarter Hundeseuche). Serologisch lassen sich 20 Gruppen differenzieren, die wiederum ca. 250 Serovare beinhalten.

Bedeutende Serovare beim Hund:

L. canicola, L. icterohaemorrhagiae, L. grippotyphosa. Durch den Einsatz der beiden erstgenannten Serovare im Impfstoff spielen diese Infektionen nur noch eine geringe Rolle. Dafür ist eine Zunahme von anderen Serovaren, wie L. saxkoebing, L. bratislava und L. pomona zu beobachten.

Epizootiologie

Die Erregerübertragung erfolgt über den direkten Kontakt mit Harn oder Blut von infizierten Tieren oder indirekt über unbelebte Vektoren wie z.B. kontaminiertes Wasser oder lebende Vektoren wie z.B. Mäuse, Igel und Insekten. Mit Leptospiren kontaminiertes Wasser, dazu zählt besonders Brack- sowie auch Salzwasser, stellt besonders im Sommer eine wichtige Ansteckungsquelle dar.

Klinische und pathologische Veränderung

Ohne eine lokale Reaktion hervorzurufen, dringen die Leptospiren durch Hautverletzungen oder intakte Schleimhaut des Verdauungs- oder Genitaltraktes in den Körper ein. Es können zwei Formen vorkommen:

1. der abortive Verlauf ohne typische Symptome mit rasch vorübergehenden Allgemeinstörungen und Schwäche

2. der akute schwere Verlauf mit typischen Organsymptomen und 30 % Mortalität

Die letzte Verlaufsform tritt bevorzugt nach 48-72 Std. bei Jungtieren ohne maternale Antikörper oder bei geschwächten oder unvakzinierten Hunden auf. Nach dem Eintritt durch die Haut oder die Schleimhaut erfolgt eine hämatogene Aussaat der Erreger. Im Anschluß an eine mehrere Tage anhaltende Bakteriämie kommt es zur Organmanifestation in Leber und Niere. Es entsteht eine hochgradige Anämie mit Hämoglobinurie und Ikterus. Toxische Zerfallsprodukte führen zu einer hämorrhagischen Diathese, Petechienbildung sowie Haut- und Schleimhautnekrosen.

Laborbefund

Blutanalytisch geht eine Leptospirose mit einer initialen Leukopenie, gefolgt von einer Leukozytose mit Linksverschiebung einher. Eine Thrombozytopenie mit erhöhter Erythrozytensenkung folgen. Harnstoff und Kreatinin sind stark erhöht. Es kommt zum Anstieg von Bilirubin und der Serumamylase sowie der Leberenzyme ALT und AP.
Im Harn sind eine Proteinurie und eine Bilirubinurie mit einer großen Anzahl an Leukozyten und Erythrozyten im Sediment zu finden.

Differentialdiagnose

Es sollten akute bis chronisch verlaufende Leber- bzw. Nierenerkrankungen sowie Staupe, Parvovirose, Ehrlichiose, Vergiftungen oder Arzneimittelüberempfindlichkeiten ausgeschlossen werden.

Diagnostik

Vorbericht, Klinik und gegebenenfalls Pathologie erbringen nur den Verdacht. Der Nachweis von Leptospireninfektionen erfolgt serologisch, mikroskopisch, mittels PCR und immunhistochemisch. Der kulturelle Nachweis wird nur in wenigen Laboratorien durchgeführt.

Der serologische Nachweis erfolgt meistens über die mit dem Dunkelfeldmikroskop zu beurteilende Mikroagglutinationsreaktion (MAR). Hierfür werden lebende Leptospirenserovare verwendet.

Antikörper lassen sich etwa ab der zweiten Krankheitswoche bestimmen. Leptospireninfektionen induzieren in der Regel hohe Antikörpertiter, so dass die MAR ³ 1:400 beim Hund als positiv zu bewerten ist. In dem Fall, dass die Impftiter gegen die Serovare L. canicola und L. ictero-haemorrhagiae ³ 1:400 sind, empfiehlt es sich eine Titerkontrolle nach 2-3 Wochen durchzuführen. Bei einer stattgefundenen Leptospireninfektion müßte sich ein Titeranstieg von 3-4 Stufen ergeben. Niedrige Titer können durch Impfungen oder durch häufig vorkommende Kreuzreaktionen entstehen.

Der Leptospirennachweis im Harnsediment erfolgt ebenfalls mit dem Dunkelfeldmikroskop und ist besonders schwierig, da die Spirochäten nur im frischem alkalischen Harn überleben.

Therapie

Flüssigkeits- und Elektrolyttherapie stehen im Vordergrund. Penicillin ist das Mittel der Wahl (25.000-40.000 I.E./kg KGW i.m. oder i.v. alle 12 Std. Zusätzlich sollte Dihydrostreptomycin zweimal täglich 15 mg/kg über 2 Wochen verabreicht werden. Dies verhindert die Leptospirenausscheidung über den Harn.

Prophylaxe

Notwendig ist die regelmäßige Impfung mit einem bivalenten Impfstoff, der L. canicola und L. icterohaemorrhagiae enthält. Die Impfung erfolgt ab der 7. Lebenswoche zweimal im Abstand von 2-4 Wochen, in der Regel als Kombinationsimpfstoff bei der jährlichen Revakzinierung.

Quelle: www.laboklin.de


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