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Home / Fachabteilungen /  Dermatologie /  Wichtige Hauterkrankungen von A - Z /  Zecken und durch sie übertragene Erkrankungen. 18.10.2019

Zecken und durch sie übertragene Krankheiten

Welche Zecken gibt es, und wo leben sie?
Von den weltweit mehr als 850 Zeckenarten sind 3 in Europa von Bedeutung:
? Ixodes ricinus (der ?Gemeine Holzbock?, die häufigste)
? Rhipicephalus sanguineus (die ?Braune Hundezecke?)
? Dermacentor reticulatus (die ?Buntzecke?)

Ixodes ricinus lebt im Freiland, also in Wäldern, an Wegrändern, in hohem Gras und in Parks.
Rhipicephalus sanguineus war hier ursprünglich nicht heimisch, sondern wurde aus Urlaubsländern eingeschleppt. Er lebt in Zwingern, Stallungen, Scheunen, Hundezwingern o.ä.
Dermacentor reticulatus bevorzugt feuchtere Gebiete, sumpf- und Moorlandschaften.


Wie entwickeln sich Zecken?
Die Entwicklung der Zecke vollzieht sich vom Ei über die Larve und Nymphe zur erwachsenen Zecke. Jedes Stadium nach dem Ei benötigt eine Blutmahlzeit, um sich weiterentwickeln zu können. Potentielle Opfer sind Säugetiere, Menschen und Zugvögel. Je nach Witterungsbedingungen, Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit dauert ein Entwicklungszyklus wenige Monate bis Jahre.

Wann ist ?Zeckensaison??
Ideal für Ixodes ricinus sind Temperaturen zwischen 14 und 23°C und Luftfeuchtigkeit zwischen 80 und 85%. Aktiv werden Zecken ab einer Umgebungstemperatur von etwa 5°C bei einer Luftfeuchtigkeit über 80%. Die ?Saison? dauert etwa in Mitteleuropa von März bis Oktober mit einem Maximum zwischen Mai und Juli und September/Oktober.

Warum sind sie gefährlich?
Der eigentliche Zeckenbiß ist verhältnismäßig harmlos, führt zu Rötung, Juckreiz und Schwellung an der Bissstelle.

Gefährlich sind die Erkrankungen, die durch infizierte Zecken übertragen werden, vor allem Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose sowie die FSME.

Welche Symptome sind bei Borreliose, Babesiose und Ehrlichiose zu erwarten?
Borreliose wird durch die Bakterienart Borrelia, bei uns meist Borrelia burgdorferi, hervorgerufen. Borreliose verläuft häufig mit wenig spezifischen Krankheitssymptomen, nämlich Fieber, Appetitverlust, Lahmheiten, selten auch Hautveränderungen. Im späteren Stadium können Organschäden auftreten. Die typische Rötung um den Zeckenbiß, die über Tage bestehen bleibt und sich langsam vergrößert, wird bei Hunden im Gegensatz zu Menschen praktisch nie bemerkt.

Babesien sind einzellige Parasiten, die die roten Blutkörperchen befallen und zerstören. Dementsprechend sind die hauptsächlichen Symptome die der Blutarmut: blasse Schleimhäute, beschleunigter Herzschlag, schnelle Ermüdung etc., weiterhin z.T. hohes Fieber, Gelbsucht, rötlicher oder grünlicher Urin.

Ehrlichien befallen andere Blutzellen, nämlich die Monozyten. Akute Symptome sind hohes fieber, Apathie, Appetitlosigkeit, Lymphknotenschwellungen und Blutungsneigung, chronisch erkrankte Tiere zeigen verstärkte Blutungsneigungen und Abmagerung.

Wie werden diese Erkrankungen festgestellt?
Für die genannten Erkrankungen gibt es spezifische Blutuntersuchungen, die laufend verbessert werden. Zudem besteht die Möglichkeit, entfernte Zecken in speziellen Labors beispielsweise auf Borrelien untersuchen zu lassen.

Wie kann man sie behandeln?
Alle drei Erkrankungen sind behandelbar, meist aber sehr langwierig.

Wie kann man seinen Hund davor schützen?
Der beste Schutz besteht im Vermeiden endemischer Gebiete ? auch Reisen dorthin ? und einer möglichst guten Zeckenprophylaxe, die individuell mit dem Tierarzt abgesprochen wird.
Grundsätzlich sollten Zecken so schnell mittels einer Zeckenzange oder ?pinzette entfernt (herausgedreht) werden.

AUF KEINEN FALL sollten die Zecken, wie oft in der Vergangenheit empfohlen, mit Öl, Äther o.ä. ?abgetötet? werden, ehe man sie entfernt: Mittlerweile wurde nachgewiesen, dass solche Zecken im Todeskampf Keime in den Wirtsorganismus ?erbrechen? und so das Risiko einer Infektion erheblich ansteigt, denn auch infizierte Zecken geben die Erreger oft erst nach einiger Zeit an den Wirt weiter.

Bewährte Hausmittel sind auch das gründliche Absuchen oder das Absaugen des Hundes mit einem kleinen Handstaubsauger, wenn er von draußen hereinkommt.
Auf dem eigenen Grundstück sollte das Gras zudem möglichst kurz gehalten werden.



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