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Home / Fachabteilungen /  Chirurgie/Orthopädie /  Bandscheibenerkrankung (Diskopathie). 23.06.2018


Bandscheibenerkrankung (Diskopathie)

Schädigungen des Rückenmarks können vielfältige Ursachen haben, z.B. Anomalien, Degenerationen, Traumata, Entzündungen und Tumoren.
Das Rückenmark ist eine sehr empfindliche Struktur, die als Strang gut geschützt im Wirbelkanal liegt. Zwischen den einzelnen Wirbelkörpern und unter dem Rückenmark befinden sich die Bandscheiben, die durch ihre elastische Konsistenz als eine Art Stoßdämpfer dienen. Sie bestehen aus einem äußeren, faserreichen Ring und einem zentralen Kern von elastischer Konsistenz. Infolge von Degenerationvorgängen verändert sich die Struktur, was zu einer Ruptur des äußeren Ringes und zum Vorfall von Bandscheibenmaterial in den Wirbelkanal führen kann. Da das Rückenmark in einem knöchernen Kanal liegt, kann es dem Druck nicht ausweichen. Ein solcher Bandscheibenvorfall ist hochgradig schmerzhaft und hat Einfluß auf die Nervenleitung, deren Beeinträchtigung von der Lokalisation und dem auf Rückenmark und Rückenmarkshäute ausgeübten Druck abhängig ist. Auch abgehende Nerven können betroffen sein, wenn der Druck zu einer Kompression der Nervenwurzeln führt. Neben der Halswirbelsäule, ist der Übergang von der Brust- zur Lendenwirbelsäule besonders häufig betroffen.
In der Regel treten klinische Symptome im Zusammenhang mit einem traumatischen Ereignis auf, allerdings ist eine Vorschädigung der Bandscheibe Voraussetzung. Die Mehrzahl der Hunde mit Bandscheibendegeneration sind zwischen 3 und 7 Jahren alt, wobei bestimmte Rassen, z.B. Dackel (Dackellähme), Pudel, Pekinese, Lhaso-Apso und Cockerspaniel häufiger betroffen sind.
Schädigungen der Halswirbelsäule führen zu starker Schmerzhaftigkeit, meist ohne neurologische Ausfallserscheinungen. Schmerzen der Brust-Lendenwirbelsäule äußern sich durch aufgezogenen Rücken, Anspannen der Bauchmuskulatur, aber auch Schwäche und Lähmungen der Hintergliedmaßen.
Neben den bereits beschriebenen Symptomen gibt die neurologische Untersuchung wichtige Hinweise bezüglich Lokalisation und Ausmaß der Läsion. Zur weiteren Abklärung sind aber Röntgenaufnahmen und ggf. eine Myelographie notwenig, um die exakte Lokalisation und den Kompressionsgrad zu ermitteln.

Myelographie: Bei einer Myelographie wird dem Tier unter Allgemeinanaesthesie ein spezielles Kontrasmittel in den Rückenmarkskanal injiziert. Dadurch läßt sich das Rückenmark röntgenologisch darstellen. Durch vorgefallenes Bandscheibenmaterial wird das Rückenmark nach oben abgedrägt, z.T. kann sich das Kontrastmittel nicht weiter im Rückenmarkskanal ausbreiten und der hinter der Läsion liegende Anteil stellt sich auf den Röntgenbilden nicht dar.



Myelographie: Röntgenaufnahmen der Halswirbelsäule- sowohl in gestreckter (1), als auch abgebeugter Haltung (2) zeigen sich Verkalkungen der Bandscheibe und Aufwölbungen der unteren Rückenmarkskontur.
Quelle: Dr.J.-F. Salomon



Es ist nicht norwendig, alle Bandscheibenvorfälle chirurgisch zu behandeln. Die Behandlung ist abhängig vom Grad der Erkrankung. Man unterteilt die Bandscheibenerkrankungen in fünf Grade, die innerhalb weniger Stunden oder Tage ineinander übergehen können:

Grad I: leichter Schmerz, bessert sich innerhalb weniger Tage
Grad II: mäßiger bis starker Schmerz
Grad III: teilweise Lähmung, Bewegungsstörung
Grad IV: Lähmung mit normaler Sensibilität
Grad V: Lähmung mit Sensibilitätsverlust

Die Behandlung ist abhängig vom Grad der Erkrankung. Man unterscheidet drei Behandlungsgrade:
I. einmalige Schmerzepisode-
Diese Hunde können mit entzündungshemmenden Medikamenten, Schmerzmedikamenten und Bewegungeinschränkung behandelt. Wärme (z.B. über Rotlicht in ausreichenden Abstand)lockert Muskelverspannungen und kann dem Tier ebenfalls Erleichterung geben.
II. wiederholte Schmerzhaftigkeit oder Verschlechterung der Symptomatik-
Bessern sich Schmerzhaftigkeit und Inkoordination
nicht innerhalb der ersten 7 Tage unter Therapie, zeigt sich eine Verschlechterung der Symptomatik oder handelt es sich um Grad II, sollte eine Operation auf jeden Fall in Betracht gezogen werden.
III. Schmerzen und neurologische Defizite- In diesem Fall ist ein chirurgischer Eingriff angesagt.

Die Dekompression des Rückenmarks erfolgt operativ, indem ein Teil des Knochens oberhalb der betroffenen Bandscheibe und in den Kanal vorgefallenes Bandscheibenmaterial entfernt wird. So kann das Rückenmark nach oben ausweichen.



Im Falle einer Operation sollte ihr Hund zunächst stationär aufgenommen werden. Die Dauer richtet sich nach dem Ausmaß der Läsion, den intraoperativen Befunden und dem Befinden des Tieres nach der Operation. Oft sind Harn- und Kotabsatzstörungen zu beobachten und es ist notwendig, dass diese Funktionen wiederhergestellt sind, bevor das Tier entlassen wird. Aufgrund der Manipulation am Rückenmark kann es ihrem Tier zunächst schlechter gehen, als vor der Operation. Neben dem Schädigungsgrad des Rückenmarks, ist eine strikte Bewegungseinschränkung entscheidend für die Genesung des Patienten. Weiterhin ist zu bedenken, dass die Ursache (Degeneration der Bandscheiben) nicht behoben werden kann. Daher sind weitere Bandscheibenvorfälle jederzeit möglich.



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